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Der weibliche Zyklus

Das Wissen um die fruchtbaren Tage einer Frau und die Lebensdauer der Spermien im weiblichen Körper sind die Grundlagen für die natürliche Familienplanung. Mit Hilfe definierter Körperzeichen kann eine Frau feststellen, in welcher Phase der Periode sie sich befindet und ob sie empfängnisbereit ist.

Nur ein Zeitpunkt im Zyklus lässt sich leicht bestimmen: sein Anfang. Er wird durch das einzige äußerlich wahrnehmbare Zeichen definiert, dem Auftreten der Monatsblutung. Im Verlauf jedes Zyklus wird unter dem Einfluss von weiblichen Hormonen (den Östrogenen) die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, damit eine befruchtete Eizelle sich einnisten kann. Wenn die Empfängnis der Eizelle ausbleibt oder aus anderen Gründen eine Nidation der Eizelle nicht passiert ist, wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Ein neuer Zyklus beginnt. Im Durchschnitt dauert die Regelblutung 3 bis 5 Tage. In dieser Zeit verliert eine Frau etwa 80 ml Blut.

Die Periode start mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet mit dem Tag vor dem Anfang der nächsten Regelblutung. Er dauert zwischen 21 und 35 Tagen, im Schnitt ist er 28 Tage lang. Man teilt die Periode in drei Phasen ein: Die Proliferationsphase vor dem Eisprung, die Ovulationsphase um den Eisprung herum und die Lutealphase nach dem Eisprung. Die Ovulation findet etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Menstruation statt. Viele Frauen glauben, dass ihre Ovulation am 14. Tag stattfindet. Dabei handelt es sich jedoch nur um den Schnitt und die Mehrheit der Frauen wird ihren Eisprung wirklich an einem anderen Tag des Menstruationszyklus haben. Der Tag Ihres Eisprungs kann von Zyklus zu Zyklus variieren. Manche Frauen empfinden beim Eisprung einen kurzen, stechenden Schmerz, die meisten spüren ihn aber gar nicht, und es gibt keine weiteren Anzeichen für den Einsprung. Zur gleichen Zeit öffnet sich der Muttermund ein wenig, so dass Spermien durch den Gebärmutterhals und die Gebärmutterhöhle in den Eileiter gelangen können. Die Spermien bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 4mm pro Minute weiter, so dass sie einige Stunden für diesen Weg benötigen. Die Eizelle bleibt nach dem Eisprung zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig.

Aus dem Follikel, der nach dem Eisprung zurückbleibt, entwickelt sich der so genannte Gelbkörper. Er bildet das Hormon Progesteron, das eine starke Absonderung der Drüsen in der Gebärmutterschleimhaut auslöst und den Umbau der Gebärmutterschleimhaut bewirkt. Damit beginnt die so genannte Luteal- oder Gelbkörperphase. Zur selben Zeit geht die Produktion des Östrogens zurück. Bei erfolgreicher Befruchtung, bleibt der Progesteronspiegel nach der Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter erhalten. Während der leere Follikel, falls die Eizelle nicht befruchtet wurde, schrumpft, sinken die Östrogen- und Progesteronspiegel ab. Ohne die hohen Hormonspiegel, die zu ihrer Erhaltung beigetragen haben, beginnt sich die dicke Gebärmutterschleimhaut abzulösen und wird vom Körper ausgestoßen. Ihre Periode setzt ein, und Ihr nächster Menstruationszyklus beginnt. Wenn die Eizelle befruchtet wurde, kann sie sich in der Schleimhaut der Gebärmutter einnisten. Dies geschieht normalerweise etwa eine Woche nach der Befruchtung.

Wenn sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat, fängt der Körper, das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin) zu erzeugen, wodurch der leere Follikel tätig gehalten wird. Er fährt fort, die Hormone Östrogen und Progesteron zu erzeugen, um ein Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut abzuwenden, bis die Plazenta (die alle Nährstoffe enthält, die der Embryo benötigt) für den Erhalt der Schwangerschaft genügend ausgereift ist.

So verschieden Frauen sind, so unterschiedlich erlebt jede Frau auch ihren Zyklus bzw. ihre Monatsblutung. Für viele Frauen ist sie schlicht ein regelmäßiges monatliches Ereignis, das auf ihren Alltag jedoch keinerlei Auswirkungen hat. Andere Frauen leiden vor und während ihrer Monatsblutung unter mehr oder weniger starken Regelbeschwerden wie Unterleibs- und Brustschmerzen, Stimmungsschwankungen und Krämpfen. Bei einigen Frauen sind die Menstruationsbeschwerden sogar so schwer, dass sie sich dadurch in ihrem täglichen Leben wesentlich eingeschränkt fühlen. Darüber hinaus zu einer individuell abgestimmten Therapie kann es helfen, über die komplexen Vorgänge des Zyklus gut informiert zu sein, um so die Signale des eigenen Körpers besser interpretieren zu können.